Datenschutz am Arbeitsplatz: Was der Chef darf – und was nicht

Darf der Arbeitgeber E-Mails mitlesen, Kameras aufstellen oder den Browserverlauf kontrollieren? Die DSGVO schützt Arbeitnehmer erheblich. Hier erfahren Sie Ihre Rechte.

Von: anwaltwelt.de Redaktion

Überwachung durch den Arbeitgeber – wo sind die Grenzen?

Das Spannungsfeld zwischen berechtigten Kontrollinteressen des Arbeitgebers und dem Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers ist eines der dynamischsten im modernen Arbeitsrecht. Die DSGVO und das BDSG setzen klare Grenzen.

E-Mail-Überwachung

Private E-Mails darf der Arbeitgeber grundsätzlich nicht lesen – auch nicht auf betrieblichen Geräten, wenn private Nutzung erlaubt ist. Rein dienstliche E-Mails dürfen im Rahmen legitimer Kontrollen eingesehen werden, jedoch nicht anlasslos und flächendeckend.

Videoüberwachung

Kameras am Arbeitsplatz sind nur erlaubt, wenn es einen legitimen Zweck gibt (z. B. Diebstahlprävention im Kassenbereich), die Überwachung verhältnismäßig ist und die Mitarbeiter informiert wurden. Toiletten, Umkleideräume und Pausenräume sind grundsätzlich tabu.

Keylogger und Software-Monitoring

Programme, die jeden Tastendruck oder Bildschirminhalt aufzeichnen, sind ohne ausdrückliche Einwilligung oder Betriebsvereinbarung unzulässig. Der Betriebsrat hat bei der Einführung solcher Systeme ein zwingendes Mitbestimmungsrecht.

Ihr Auskunftsanspruch nach Art. 15 DSGVO

Sie können jederzeit Auskunft verlangen, welche personenbezogenen Daten Ihr Arbeitgeber über Sie gespeichert hat. Der Arbeitgeber muss innerhalb von einem Monat antworten. Bei Verstößen können Sie sich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde wenden.

Alle Ratgeber im Überblick · Anwalt finden