Warum ein fehlerhaftes Testament so gefährlich ist
Jährlich werden in Deutschland Tausende Testamente angefochten oder für unwirksam erklärt – oft wegen formaler Fehler, die leicht vermeidbar gewesen wären. Die gesetzliche Erbfolge greift dann automatisch, was häufig nicht dem tatsächlichen Willen des Erblassers entspricht.
Fehler 1: Nicht handschriftlich verfasst
Ein eigenhändiges Testament muss vollständig handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Ein am Computer geschriebenes Dokument – selbst mit handschriftlicher Unterschrift – ist unwirksam. Diktieren Sie nichts, schreiben Sie alles selbst.
Fehler 2: Fehlende oder falsche Datumsangabe
Das Datum ist Pflicht. Fehlt es oder ist es unleserlich, kann das Testament angreifbar werden. Ort und Datum immer vollständig angeben: "Berlin, den 23. Juli 2026".
Fehler 3: Unklare Formulierungen
Formulierungen wie "mein gesamtes Hab und Gut" oder "das meiste" führen zu Streit unter Erben. Benennen Sie Erben und Gegenstände so konkret wie möglich: Name, Geburtsdatum, genaue Bezeichnung des Vermögensgegenstands.
Fehler 4: Den Pflichtteil übersehen
Enge Angehörige (Kinder, Ehepartner, Eltern) haben einen gesetzlichen Pflichtteil – die Hälfte des gesetzlichen Erbteils – den Sie nicht vollständig ausschließen können. Planen Sie das in Ihrer Verfügung ein.
Fehler 5: Kein Ersatzerbe benannt
Was passiert, wenn Ihr benannter Erbe vor Ihnen stirbt? Ohne Ersatzerben gilt die gesetzliche Erbfolge. Benennen Sie immer eine Ersatzperson.
Fehler 6: Das Testament nicht verwahren
Hinterlegen Sie Ihr Testament beim Nachlassgericht oder informieren Sie Vertrauenspersonen über den Aufbewahrungsort. Ein perfektes Testament, das niemand findet, nützt nichts.