Betrug erkennen und anzeigen: Was rechtlich als Betrug gilt und wie das Verfahren läuft

Von Internetbetrug bis Trickbetrug: Betrug ist ein Alltagsdelikt mit weitreichenden Folgen. Wir erklären den Tatbestand, was Sie tun können wenn Sie Opfer wurden, und wie Ermittlungen ablaufen.

Von: anwaltwelt.de Redaktion

Was ist Betrug im rechtlichen Sinne?

Betrug (§ 263 StGB) liegt vor, wenn jemand durch Täuschung einen Irrtum erregt, wodurch das Opfer zu einer Vermögensverfügung veranlasst wird, die zu einem Schaden führt – und der Täter dabei die Absicht hat, sich oder einen Dritten zu bereichern. Alle vier Elemente müssen kumulativ vorliegen.

Typische Betrugsformen

  • Online-Betrug: Gefälschte Shops, nicht gelieferte Ware, Phishing-E-Mails
  • Trickbetrug: Der "falsche Polizist", Schockanrufe, Enkeltrick
  • Anlagebetrug: Kryptowährungs-Scams, Schneeballsysteme
  • Versicherungsbetrug: Vortäuschen von Schäden gegenüber der Versicherung

Was tun als Betrugsopfer?

  1. Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten – auch online möglich.
  2. Alle Beweise sichern: Screenshots, E-Mails, Überweisungsbelege.
  3. Gegebenenfalls Rückbuchungsantrag bei der Bank stellen (bei Überweisung meist nicht möglich, aber bei SEPA-Lastschriften schon).
  4. Zivilrechtlich Schadensersatz geltend machen.

Strafmaß

Betrug wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft. In besonders schweren Fällen (Banden, gewerbsmäßig) drohen bis zu 10 Jahre Haft.

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