Widerrufsrecht beim Online-Kauf: 14 Tage und was wirklich dahintersteckt

Das gesetzliche Widerrufsrecht gibt Verbrauchern 14 Tage Zeit, Online-Käufe ohne Angabe von Gründen rückgängig zu machen. Doch es gibt Ausnahmen, Fallstricke und wichtige Details.

Von: anwaltwelt.de Redaktion

Das Widerrufsrecht im Überblick

Beim Online-Kauf haben Verbraucher nach der europäischen Verbraucherrechterichtlinie ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Sie müssen keine Gründe nennen. Das Widerrufsrecht gilt für Verträge, die außerhalb von Geschäftsräumen oder im Fernabsatz (Internet, Telefon, Katalog) geschlossen werden.

Wann beginnt die Frist?

Die 14-Tage-Frist beginnt nicht ab dem Kauf, sondern ab dem Tag, an dem Sie die Ware erhalten. Bei mehreren Paketen startet die Frist erst mit Erhalt der letzten Sendung.

Verlängertes Widerrufsrecht

Hat der Händler Sie nicht oder nicht korrekt über Ihr Widerrufsrecht informiert, verlängert sich die Frist um 12 Monate. Sie haben dann insgesamt 12 Monate und 14 Tage Zeit.

Ausnahmen – kein Widerrufsrecht bei...

  • Individuell gefertigten Waren (Maßanfertigungen)
  • Leicht verderblichen Waren
  • Versiegelten Hygieneprodukten (nach Öffnung)
  • Digitalen Inhalten (z. B. Downloads), wenn Sie der sofortigen Ausführung zugestimmt und auf Ihr Widerrufsrecht verzichtet haben
  • Übernachtungen, Mietwagen oder Veranstaltungstickets zu bestimmten Terminen

Rücksendekosten – wer zahlt?

Grundsätzlich trägt der Verbraucher die Rücksendekosten, wenn der Händler dies im Widerrufsrecht klar kommuniziert hat. Viele Händler bieten jedoch kostenlose Retouren an – prüfen Sie die Widerrufsbelehrung genau.

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